Seit 35 Jahren schon engagieren sich Staat und Kommunen gemeinsam in der Stadterneuerung. Finanziell unterstützt werden diese Maßnahmen durch die Städtebauförderungsprogramme des Bundes und des Freistaates Bayern. Die aktuellen Handlungsschwerpunkte der Städtebauförderung sind die Stärkung der Innenstädte und Ortszentren, der Erhalt eines attraktiven Stadt- und Ortsbildes, die Unterstützung sozial und wirtschaftlich benachteiligter Stadtgebiete im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" und die Wiedernutzung von Brachflächen und Gebäudeleerständen und damit die Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen im neuen Programm "Stadtumbau West". "Ziel dieses Programms ist es, die Kommunen mit besonders gravierenden Funktionsverlusten bei der Bewältigung des strukturellen Wandels infolge demografischer und wirtschaftlicher Veränderungen fachlich und finanziell zu unterstützen und die Chancen für neue qualitative städtebauliche Entwicklungen zu nutzen. Die Vorgehensweise in diesem Programm erfordert gesamtstädtische Entwicklungskonzepte und fachübergreifende Handlungskonzepte, um die komplexen Stadterneuerungsmaßnahmen sinnvoll zu steuern", so Schmid.
Die regionalen Schwerpunkte des Stadtumbaus in Bayern liegen auf Grund der Problemstellungen in den strukturschwachen Grenzlandkreisen in Nord- und Ostbayern. Insgesamt ist in Bayern der Stadtumbau vorrangig ein Programm für den ländlichen Raum. 68 Prozent der Finanzhilfen des Programms fließen 2006 in Städte und Gemeinden im ländlichen Raum. Handlungsschwerpunkte im Programm sind die Revitalisierung von Brachflächen. Aktuell werden 15 Kommunen mit Problemen durch brach gefallene Gewerbe- und Industrieflächen unterstützt. 17 Programmkommunen befassen sich mit der Konversion militärischer Liegenschaften. Ein weiterer Handlungsschwerpunkt liegt bei Gemeinden mit sowohl rückläufigen Bevölkerungs- als auch Arbeitsplatzzahlen, in denen gleichzeitig erhebliche städtebauliche Funktionsverluste zu verzeichnen sind. Allein im Jahr 2006 werden 16 Millionen Euro an Fördermitteln für Stadtumbauaufgaben bereitgestellt. Waren es zu Programmstart 2004 noch 28 Kommunen, die Zuwendungen erhielten, so konnte diese Zahl zwischenzeitlich auf 52 erhöht werden.
Die Chancen des Stadtumbaus liegen vor allem in Impulsen für die Innenentwicklung, die Standortstärkung und die Attraktivitätssteigerung. Dadurch hat der Stadtumbau das Potenzial, einem weiteren zusätzlichen Flächenverbrauch entgegen zu wirken und zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beizutragen. Seit Programmbeginn 2004 konnten insgesamt 49 Millionen Euro Finanzhilfen von Bund und Land für Stadtumbauaufgaben bereit gestellt werden. Insgesamt stehen den Kommunen in diesem Jahr in den verschiedenen von Europäischer Union, Bund und Freistaat finanzierten Programmen der Städtebauförderung rund 103 Millionen Euro für städtebauliche Investitionen zur Verfügung. Der Mittelanteil des Freistaates Bayern beträgt dabei über 58 Millionen Euro, der des Bundes rund 40 Millionen Euro, 5,2 Millionen Euro werden von der Europäischen Union bereit gestellt. Näheres ist im Internet unter http://www.stmi.bayern.de/bauen/staedtebaufoerderung/ abrufbar.